Digital Leather – Pink Thunder

Digital Leather - Pink Thunder

Das Synth-​/​Electropunk-​Projekt um Front­mann Shawn Foree hat mal wie­der eine Platte auf­ge­nom­men. Und wie er dazu auf der Band­camp-Seite anmerkt: „Felt like shit during the ent­ire pro­cess“. Ent­spre­chend gibt es auf lyri­scher Ebene das gewohnt hohe Maß an Tod und Ver­der­ben zu ver­ar­bei­ten. Aber was die Musik angeht, gehö­ren die mini­ma­lis­ti­schen Arran­ge­ments der Platte – nach dem beson­ders grim­mig klin­gen­den letz­ten Album Whack Jam – mit­un­ter zum pop­pigs­ten Mate­rial der Band.



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Pill – Aggressive Advertising

Pill - Aggressive Advertising

Neue EP der New Yor­ker Post­pun­ker. Wie zu erwar­ten setzt die den exzel­len­ten, No Wave-inspi­rier­ten Post­punk fort, der schon auf zwei EPs und ihrem letz­tes Jahr erschie­ne­nen Debüt­al­bum zu über­zeu­gen wusste. Den neuen Songs haben sie im Ver­gleich dazu aber einen gera­dezu relaxt groo­ven­den, stel­len­weise auch mal gering­fü­gig krau­ti­gen Vibe ver­passt.


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Needles/​/​Pins – Good Night, Tomorrow

Needles//Pins - Good Night, Tomorrow

Mit ihrem drit­ten Lang­spie­ler tref­fen Needles/​/​Pins aus Van­cou­ver für mei­nen Geschmack zum ers­ten mal so rich­tig den Nagel auf den Kopf. Klas­si­sche Jaw­brea­ker-Schule trifft hier auf die sta­di­on­kom­pa­ti­blen Hym­nen und Ame­ri­cana-Ein­flüsse von Beach Slang und ähn­li­chem Zeug; außer­dem auf die rohe Emo­tio­na­li­tät von alten Lea­ther­face, Samiam oder Hot Water Music. Die geballte Song­power der Repla­ce­ments. Das ist natür­lich alles andere als neu und unzäh­lige Bands ver­su­chen sich daran. Aber Needles/​/​Pins zei­gen hier in zwölf tadel­lo­sen Songs ganz ein­drucks­voll, wie man sowas rich­tig macht.



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Traumatológia – Traumatológia

Traumatológia - Traumatológia

Hin­ter dem Pro­jekt Trau­ma­tológia ver­birgt sich der Solo­künst­ler Zol­tán Sindhu. So wie der sich zwi­schen den Wel­ten von New York und Buda­pest bewegt, bewegt sich ebenso auch die Musik auf sei­ner Debüt-EP zwi­schen den Wel­ten von Noise, Ambi­ent, Psy­che­de­lic, Indus­trial, Drone und Dream­pop plus einem Hauch von Shoegaze und Post­rock. Diese viel­fäl­ti­gen Ein­flüsse ver­men­gen sich dar­auf zu einer durch und unwirk­li­chen, alb­traum­haf­ten Atmo­sphäre.


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Nots – Cruel Friend /​ Violence 7″

Nots - Cruel Friend / Violence 7"

Neue EP der Band aus Mem­phis, wie gewohnt auf Goner Records. Cruel Fri­end stürmt mal wie­der ganz ohne Umschweife vor­wärts mit die­ser unver­wech­sel­ba­ren Melange aus Post­punk, Noise und Garage, mit der diese Band mich schon seit jeher zu begeis­tern wusste. Eben­falls sehr über­zeu­gend ist die B-Seite Vio­lence, die mit ihrem ver­gleichs­weise schlep­pen­dem Tempo eine aus­ge­spro­chen düs­tere Stim­mung ver­sprüht.

Small Black Reptile – Find My Arm

Small Black Reptile - Find My Arm

Sehr schöne digi­tale Debüt-Sin­gle einer Band aus Bal­ti­more. Track Num­mer eins ist abso­lut tadel­los aus­ge­führ­ter, fuz­zlas­ti­ger Indie­rock und Noi­se­pop. Nicht weni­ger über­zeu­gend ist die B-Seite (nennt man das noch so, bei digi­ta­len Files?) mit ihrem wun­der­bar ver­ne­bel­ten Dream-​/​Shoegaze Pop.

Meager – Return To Sender

Meager - Return To Sender

Die kali­for­ni­sche Band legt hier ihr zwei­tes und aber­mals ganz aus­ge­zeich­ne­tes Kurz­spiel­tape auf Smo­king Room vor. Zu hören gibt’s Noi­se­ge­la­de­nen Post­punk mit Pas­sa­gen von Sonic Youth-mäßi­gem Geschram­mel, deren typi­schem Spiel mit Melo­die und Dis­so­nanz. Dar­über hin­aus sind Stil­ele­mente dabei, die mich unter ande­rem an den Proto-Post­core frü­her Sac­cha­rine Trust erin­nern.



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Radioactivity – Infected /​ Sleep 7″

Radioactivity - Infected / Sleep 7"

Das neue Lost Bal­loons Album ist noch kaum ver­ar­bei­tet, da gibt es auch schon wie­der neues Mate­rial von Jeff Burke mit sei­nem der­zei­ti­gen Haupt­pro­jekt Radioac­tivity zu zu ver­mel­den. „Neu“ ist dabei aber rela­tiv zu ver­ste­hen, denn die zwei Songs der 7″ hat Burke bereits im Jahr 2011 geschrie­ben, als er gerade in Japan wohnte und unter dem unmit­tel­ba­ren Ein­druck des Tōhoku-Erd­be­bens stand. (Die Zeit in Japan hat er übri­gens auch nicht taten­los ver­bracht…) Beide Songs gehö­ren mühe­los zum stärks­ten Mate­rial im eh schon gran­dio­sen Kata­log die­ser Band.

Wild Wing – Doomed II Repeat

Wild Wing - Doomed II Repeat

Auf der Aktu­el­len EP die­ser Band aus Los Ange­les gibt’s recht wand­lungs­fä­hi­gen Garagerock/​-​punk aufs Gehör, der unter ande­rem mal etwas an Aus­mu­te­ants erin­nert, manch­mal, in den melo­di­sche­ren Momen­ten, auch an The Woo­len Men.


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Dancehall – Virgin 7″

Dancehall - Virgin 7"

Die Lon­do­ner füh­ren auf ihrer aktu­el­len 7″ kon­se­quent wei­ter, was sie schon auf ihrer letzt­jäh­ri­gen Vs & Gs 7″ ver­bro­chen haben: Melo­di­schen Indie­rock der klingt als wäre er in den frü­hen Nul­ler­jah­ren hän­gen­ge­blie­ben, mit post­pun­ki­gen Unter­tö­nen und gele­gent­li­chen Noise-Erup­tio­nen. Fal­sche Zeit (10-15 Jahre zu spät), fal­scher Ort (ziem­lich weit weg von New York). Und genau das macht die Sache doch recht sym­pa­thisch.