The Estranged – The Estranged

The Estranged - The Estranged
Und schon wie­der gei­les Zeug aus Port­land. Dies­mal gibt’s melo­disch-düs­te­ren Punk­rock der tem­po­mä­ßig etwas gedros­sel­ten, nichts desto trotz sehr trei­ben­den Sorte. Auf­grund von Sound und Her­kunft drän­gen sich natür­lich mal wie­der Ver­glei­che zu den Wipers auf, aber das ist auch nur die halbe Wahr­heit. Min­des­tens genau so oft erweckt die Platte Asso­zia­tio­nen zu der melan­cho­li­sche­ren Seite aus­tra­li­scher Punk­klas­si­ker á la Radio Bird­man oder The Saints und diver­sem Zeug was danach noch kam. So was trifft bei mir ja schon mal per default den rich­ti­gen Nerv. Expe­ri­mente gibt es hier keine, die Songs bil­den eine ange­nehm homo­gene Ein­heit und weil die Band auch in Sachen Song­wri­ting nichts anbren­nen lässt, über­zeugt die Platte von Anfang bis Ende.

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Woolen Men – Quick Trips EP

Woolen Men - Quick Trips EP
Das 2012 erschie­nene, selbst­be­ti­telte Debüt­al­bum von Woo­len Men war ein roher Dia­mant, ver­steckt in der unüber­schau­ba­ren Masse an mäßi­gen bis über­flüs­si­gen Gara­gen­rock­ver­öf­fent­li­chun­gen. Ich lege es jedem auch nur ansatz­weise am Genre inter­es­sier­ten dring­lich ans Herz da mal ein Ohr zu ris­kie­ren, lohnt sich unge­mein.
Auf ihrer neuen EP schlägt das Trio aus Port­land aber eine deut­lich andere Rich­tung ein, weg von den psy­che­de­lisch anga­hauch­ten Jams hin zu kom­pak­te­ren, ein­gän­gi­gen zwei-Minu­ten Powerpop-​/​Punkkloppern. Und diese Trans­for­ma­tion gelingt ihnen ganz her­vor­ra­gend dank aus­ge­zeich­ne­ter Songs. Wie­der mal ein Voll­tref­fer.

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Shy Boys – Shy Boys

Shy Boys - Shy Boys
Nach­dem Pitch­fork ordent­lich Wind drum gemacht hat (ein sel­ten gewor­de­ner Tref­fer für die zuneh­mend irrele­vante, ehe­ma­lige Indie-Auto­ri­tät) und sich die rest­li­che Musik­presse drauf stürzt wie eine aus­ge­hun­gerte Horde Zom­bies auf ein süßes 4chan-Kätz­chen, hab ich wohl end­gül­tig den Zug ver­passt und dürfte der letzte sein, der dar­über berich­tet. Irgend­wie war da wohl gerade zu viel los, ange­sichts der ers­ten grö­ße­ren Release-Welle des Jah­res. Das hält mich jetzt aber nicht davon ab alle ande­ren zuspät­ge­kom­me­nen noch auf diese tolle Platte vol­ler hym­ni­schem und psy­che­de­li­schem Jangle-Pop hin­zu­wei­sen. Viel Spaß mit euer neuen Lieb­lings­platte. Danke, keine Ursa­che. Ich helfe doch gern.

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Blank Range – Phase II

Blank Range - Phase II
Letzte Woche war etwas arm an hörens­wer­ten Ver­öf­fent­li­chun­gen, das nutze ich mal um das eine oder andere nicht mehr so brand­ak­tu­elle Ding ins Ram­pen­licht zu rücken.
Letz­ten Som­mer erschien die­ses tolle Debüt-Tape der Roots­ro­cker aus Nash­ville, erst jetzt wurde ich durch die immer zuver­läs­si­gen Plat­ten­wüh­ler von Rollo & Grady drauf gesto­ßen. Es kün­digt sich gerade eine kleine Welle von klas­sisch Blues- und Soul-beein­fluss­ten Retro­bands an, aber Blank Range ste­chen da ganz klar her­aus mit einem war­men aber unge­schlif­fe­nen Sound und form­voll­ende­tem Song­wri­ting und Arran­ge­ments. Ein Sound, der von dem der­zeit alles domi­nie­ren­den Gara­gen­ge­döns kaum wei­ter ent­fernt sein könnte und auch jeg­li­che kli­schee­haf­ten Zep­pe­linis­men und ähn­li­che Retro-Fall­stri­cke gekonnt umschifft. Oder mal so gefragt: Wann habt ihr zum letz­ten mal eine wirk­lich Über­zeu­gende, unpein­li­che Rock­bal­lade gehört? Eben. Groß­ar­tige Band, ich freu mich auf mehr davon.

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Gorgeous Bully – Nobody Hates You As Much As You Hate Yourself

Gorgeous Bully - Nobody Hates You As Much As You Hate Yourself
In der mas­siv diver­si­fi­zier­ten Indie-Welt von heute ist etwas annä­hernd Kon­senz­fä­hi­ges sel­te­ner als Hips­ter­fres­sen ohne Bart und Brille, aber Gor­ge­ous Bully aus Man­ches­ter und ihrem simp­len aber effek­ti­ven Indie­ga­ra­gen­power­pop­punk rechne ich doch ganz gute Chan­cen zu, einen grö­ße­ren Teil des Spek­trums auf ihre Seite zu zie­hen. Melo­disch und pop­pig genug um die Weich­spül­pop­per-Schön­klang­frak­tion nicht abzu­sto­ßen aber auch gerade eben noch räu­dig genug und in alten Indi­reock-Tra­di­tio­nen ver­wur­zelt um die Syn­ap­sen krach­af­fi­ner Zeit­ge­nos­sen aus­rei­chend zu kit­zeln.
Offi­zi­ell erscheint das Ding erst in so zwei Wochen, zum recht hap­pi­gen Preis ist der Down­load aber jetzt schon auf Band­camp zu erwer­ben.

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Holy Wave – Relax

Holy Wave - Relax
Die Ver­an­stal­ter vom Aus­tin Psych Fest, einer zen­tra­len Ver­an­stal­tung der US Psy­che­de­lic- und Gara­gen-Unter­grund­szene, betrei­ben neben­her auch noch das Label Rever­be­ra­tion Appre­cia­tion Society, wel­ches uns jetzt den neu­es­ten Streich der Ver­ne­be­lungs­künst­ler aus El Paso, Texas prä­sen­tiert. Ich war schon sehr ange­tan von ihrem ers­ten (?) Album Knife Hits; seit­dem sind des­sen son­nige Beach Boys-Melo­dien eher in den Hin­ter­grund getre­ten, geblie­ben ist ihr Hang zu exzes­si­vem Ein­satz von Hall­ef­fek­ten und den dar­aus resul­tie­ren­den, ein­lul­len­den Sound­scapes. Bonus­punkte gibt’s für die beste Art­work-Titel-Kombi seit lan­gem. Und locker machen sollte man sich auf jeden Fall – mit oder ohne psy­che­de­li­sche Hilfs­mit­tel – um die­ses Album wirk­lich gou­tie­ren zu kön­nen. Denn das ist Musik für echte Lieb­ha­ber der genann­ten Musik­gen­res; repe­ti­tiv, sim­pel und kom­pro­miss­los.

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White Lodge – Holy Void

White Lodge - Holy Void
Psy­che­de­li­scher Surf­punk aus Queens­land, Aus­tra­lien. Von Gun Club und den Cramps genau so inspi­riert wie von Enno Mor­ri­cone Sound­tracks, hat diese Platte den selt­sa­men Sog eines David Lynch Films. Alles sehr ein­gän­gig und ver­traut auf den ers­ten Blick, bekommt man doch schnell die höchst beun­ru­hi­gende Ahnung, dass unter der son­ni­gen Ober­flä­che ganz und gar ver­stö­rende Dinge ihre ers­ten Schat­ten wer­fen. Nicht zu lange auf’s Cover star­ren, sonst ver­schluckt es euch!

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Senile Crocodile – Senile Crocodile

Senile Crocodile - Senile Crocodile
Per email flat­terte mir neu­lich die­ses schrul­lige Indie­rock-Kleinod ent­ge­gen. Wer die Dreis­tig­keit besitzt irgend­wel­che Blog­ger anzu­schrei­ben (machen alle, ich weiß…), sollte bes­ser rich­tig gut sein. Und Über­ra­schung, Senile Cro­co­dile aus dem bri­ti­schen Kings­ton Upon Hull hal­ten der stren­gen 12XU-Qua­li­täts­kon­trolle pro­blem­los stand. Wun­der­schön exzen­tri­scher als auch eklek­ti­zis­ti­scher, aus­ufernd-ver­spie­le­ter Indie Rock mit offen­sicht­li­chem Glam-Ein­schlag wird hier gebo­ten. Macht Lust auf mehr.

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Gustave Tiger – Mitanni Mares

Gustave Tiger - Mitanni Mares
Gus­tave Tiger aus Buda­pest ver­pas­sen ihrem sägen­den Noi­se­punk ein paar ganz eigene Del­len. Ihre Debüt-EP mag sich dabei nicht so recht für eine klare Marsch­rich­tung ent­schei­den, wirkt trod­z­dem nicht zer­fah­ren. Eher klingt es ein biss­chen so als wären zwei unter­schied­li­che Inkar­na­tio­nen der glei­chen Band am Werk. Da wäre ein­mal die an spä­tere Gun Club Plat­ten oder die Coun­try-Punk-Fusio­nen von Angst erin­nernde, folkig-coun­try­fi­zierte Schram­mel­va­ri­ante. Und der böse Zwil­lings­bru­der davon in in der Form psy­che­de­lisch-düs­te­rer, trei­ben­der Noi­se­at­ta­cken; ich fühle mich hier etwas an das eigen­wil­lige Ten Kens-Debüt erin­nert. Dann gibt’s als krö­nende Abschlüsse noch eine epi­sche Post­punk­ex­plo­sion á la P.I.L meets Bir­th­day Party und eine erstaun­lich ein­gän­gige Venom-Cover­ver­sion. Und fer­tig ist eine der erfri­schends­ten und eigen­stän­digs­ten Plat­ten in letz­ter Zeit.

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Criminal Code – No Device

Criminal Code - No Device
Wäh­rend Freunde des trei­ben­den und düs­te­ren Post­punk noch sehn­lich auf den ers­ten Lang­spie­ler von Lower war­ten, kommt ganz uner­war­tet so ’ne Band aus Tacoma, Washing­ton daher, die diese Lücke nicht nur aus­zu­fül­len ver­mag, son­dern mühe­los in der Welt­liga mit­spielt. Erin­nert durch­aus an erwähnte Lower und ihre Kopen­ha­ge­ner Kol­le­gen Iceage oder an White Lung. Wenn man etwas wei­ter in der Musik­ge­schichte zurück­spult fal­len einem dann auch die eigen­wil­li­gen Gitar­ren­li­nien der Wipers ein und das melo­di­sche Geschred­der von Hüs­ker Dü steckt da auch mit drin. Aber ehr­lich, ein so ganz pas­sen­der Ver­gleich fällt mir dann doch nicht ein. Cri­mi­nal Code sind ein her­vor­ra­gen­des Bei­spiel, wie man aus durch­aus bekann­ten und erprob­ten Genre-Ver­satz­stü­cken sein ganz eige­nes, unver­wech­sel­ba­res Süpp­chen kochen kann. Die Ent­wick­lun­gen des letz­ten Jah­res las­sen auf ein gutes Jahr 2014 für trei­ben­den, inno­va­ti­ven und kom­pro­miss­lo­sen Hard­core und Punk hof­fen. No Device ist nicht nur ein guter Vor­ge­schmack dar­auf, son­dern ein abso­lu­tes High­light des noch jun­gen Jah­res.

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Childbirth – It’s a Girl!

Childbirth - It's a Girl!
Die drei Musi­ke­rin­nen die­ser Super­group (was für’n Scheiß­wort!) aus Seat­tle haben sich bis­her in Bands wie Taco­cat, Chas­tity Belt und Pony Time die Fin­ger blu­tig gespielt. Wer bei jenen Bands schon mal rein­ge­hört hat, dürfte schon eine vage Vor­stel­lung davon haben, was ihn auf dem Debüt-Tape (*grmpfh*) der Band erwar­tet. Trei­ben­der Gara­gen­punk mit einer gewal­ti­gen Por­tion Humor, so eini­gen selt­sa­men Ver­schro­ben­hei­ten und aus­ge­präg­ten femi­nis­ti­schen Unter­tö­nen in den Lyrics, frei von jeg­li­cher Holz­ham­mer-Rhe­to­rik.

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Happy Noose – Haunted

Happy Noose - Haunted
Die letz­tes Jahr erschie­nene EP Ama­gosa ließ mich schon ein wenig inter­es­siert auf­hor­chen, stand aber noch auf etwas wacke­li­gen Füßen was das Song­wri­ting anging. Der neue Kurz­spie­ler der Band aus Olym­pia, Washing­ton ist in der Hin­sicht ein gewal­ti­ger Sprung nach vorne und das ganze klingt etwa wie eine Ver­schmel­zung von Joy Divi­si­ons düs­te­ren Post­punk­wel­ten mit der Melo­diö­si­tät und trei­ben­den Ener­gie von Hüs­ker Dü oder Dino­saur Jr, viel­leicht auch etwas spät­ach­zi­ger-Sonic Youth. Viel­ver­spre­chend.

*edit*
Ich lese gerade, dass diese Songs der glei­chen Ses­sion ent­stam­men wie die Ama­gosa EP, mein Gefa­sel wegen Wei­ter­ent­wick­lung und so stellt sich damit als Quatsch raus. Komisch, denn ich finde nach wie vor dass
Haun­ted eine viel stär­kere, rei­fere Platte als ihr Vor­gän­ger ist.

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