The Vacant Lots – Endless Night

Das letzte Album Divide des New Yorker Duos vermochte mich nicht so recht zu begeistern, das neue dafür umso mehr. Ihre minimalistischen Songentwürfe aus erdigem Blues, pulsierendem Elektro-/Synthpop, etwas Psychedelia und einem offensichtlichen Bewusstsein für die New Yorker Protopunk- und Artrock-Vergangenheit kommen auf Endless Night deutlich griffiger rüber als auf dem Vorgänger. Wenn dann im Rausschmeißer Suicide Note noch Suicide’s Alan Vega das Mikro ergreift und sich eindrucksvoll durch einen krautigen Blues Jam growlt, schließt sich der Kreis. Endless Night by The Vacant Lots Endless Night by The Vacant Lots Endless Night by The Vacant Lots

Buzz Rodeo – Combine

Unter all den verwunderlichen Klängen, die in den letzten Jahren aus dem stuttgarter Umfeld an die Öffentlichkeit dringen, sind Buzz Rodeo vielleicht am schwersten zu rationalisieren mit ihrem Noiserock, der klingt, als wäre er in Chicago oder Minneapolis versehentlich den falschen Flieger gestiegen. Der neue Langspieler des Trios überrascht dann auch gleich ein weiteres mal mit einem ausgesprochen erdigen, um einiges roheren Sound verglichen mit ihren bisherigen Tonkonserven. Das hat freilich seinen eigenen Charme, für sowas bin ich immer zu begeistern. Und ganz nebenbei verbirgt sich hinter dem Geschepper wie gewohnt jede Menge astreines Songmaterial, das ebenfalls einen sehr ungefilterten, direkten Eindruck hinterlässt. Combine by Buzz Rodeo Combine by Buzz Rodeo Combine by Buzz Rodeo

Jackson Reid Briggs And The Heaters – When Are You Going To Give Up On Me So I Can Give Up On Myself

Dieser Mann mit seinen Heizkörpern fiel letztes Jahr mit einer durchweg grandiosen EP auf. Jetzt legt er den ersten Langspieler seiner Band nach, wie erwartet tritt der gewaltig Arsch. Waren auf der EP noch eine leisere Zwischentöne zu vernehmen, ist diese Platte von Anfang an eine einzige gebündelte Attacke auf das Trommelfell aus straightem, geradezu perfektem Garagepunk, die sich erst ganz zum Ende in einem einen melancholischen und vollkommen desillusionierten Ausklang auflöst. When Are You Going To Give Up On Me So I Can Give Up On Myself by Jackson Reid Briggs and The Heaters When Are You Going To Give Up On Me So I Can Give Up On Myself by Jackson Reid Briggs and The Heaters When Are You Going To Give Up On Me So I Can Give Up On Myself by Jackson Reid Briggs and The Heaters

Golden Pelicans – Disciples Of Blood

Auch auf ihrem dritten Album haben es die Garagepunks aus Orlando nicht verlernt eine Spur der Verwüstung zu hinterlassen. Noch stärker als auf den früheren Platten spielen sie hier gekonnt mit klassischen Hardrock-Riffs. Sowas geht bei den meisten Bands ordentlich nach hinten los, aber Golden Pelicans machen vor, wie man sowas richtig macht, bewahren ihre Attitüde und Punk-Energie. Disciples Of Blood by Golden Pelicans Disciples Of Blood by Golden Pelicans Disciples Of Blood by Golden Pelicans

Warm Soda – I Don’t Wanna Grow Up

Das Abschiedsalbum der Garage-/Powerpop-Formation aus Austin um Frontmann Mathew Melton stellt noch einmal dessen ausgezeichnete Songwriting-Skills unter Beweis in 12 fluffigen Krachern, die mit ihren mitreißenden Pop-Melodien oft nah an der Grenze zum Kitsch operieren, ohne jemals den Bogen zu überspannen. Matthew Melton hat jetzt eine neue Band namens Dream Machine am Start, deren Debütalbum The Illusion erscheint am 19. Mai auf Castle Face Records.

12XU Radio: Sendung vom 23.4.2017

Irgendwann wird man darauf zurückblicken und sagen: „Ach ja, die Musik war gut. Aber den Hansel hinter’m Mikro hätten ’se mal besser austauschen sollen“.

Christian Fitness – Slap Bass Hunks

Album Nummer vier der imaginären Band um Future Of The Left- und Ex-McLusky-Frontmann Andy Falkous überrascht mit einer von diesem Projekt bisher ungehörten Konsistenz. Auf lyrischer Ebene agiert Herr Falkous natürlich Scharfzüngig wie eh und je, das Br****- und das Tr***-Wort haben diesmal deutliche Spuren hinterlassen. Und zur Musik… Was sich auf der letzten Platte schon andeutete wird hier wahr gemacht: Das ist eine geradezu funky Angelegenheit geworden. Aber dieser Funk hat ordentlich Sand im Getriebe, knarzt und knirscht ganz gefährlich. Und bevor diese vom Rost zusammen gehaltene Maschinerie endgültig ihrer eigenen Unwucht nachgeben könnte, löst sich das Teil in einen Hollywood-tauglichen Feuerball auf. Jepp, auf den Mann ist einfach Verlass. slap bass hunks by christian fitness slap bass hunks by christian fitness slap bass hunks by christian fitness

Crooked Bangs – II

Das zweite Album der Crooked Bangs aus Berkeley, Kalifornien Austin, Texas ist eine lichtscheue Gestalt aus resolut geradeaus rockendem (Post-)Punk-Noir mit Fuzz-Nachbrenner, der eine äußerst triste Atmosphäre versprüht und dabei aus einem begrenzten Fundus an simpel gestrickten Riffs schöpft. Das kann man entweder fade und unoriginell, oder aber konsequent und homogen finden. Ich tendiere zur zweiten Sichtweise. Was deser Platte an songtechnischer Finesse (bewusst?) abgeht, wird problemlos durch die entschlossene Darbietung aufgewogen. CROOKED BANGS – II by CROOKED BANGS CROOKED BANGS – II by CROOKED BANGS CROOKED BANGS – II by CROOKED BANGS

USA Nails – University Home

Shame Spiral by USA Nails Shame Spiral erscheint am 16. Juni auf Hominid Sounds / Bigout Records.

Sievehead – At The Border

Worthless Soul by Sievehead Worthless Soul erscheint am 19. Mai auf Static Shock Records.

King Chubby – Demo

Schnörkelloser und räudiger Garagepunk weht dem Hörer ausgesprochen entschlossen entgegen auf diesem Demo von King Chubby aus Reykjavík. Demo by King Chubby