Sleeping Bag – Wet

eSleeping Bag - Wet

Das bereits vierte Album die­ser Band aus Bloo­m­ing­ton, Indiana über­rascht mit einem ganz schön aus der Zeit gefal­le­nen Sound, der seine Inspi­ra­tion glei­cher­ma­ßen aus dem Indie­rock der 90er und dem melo­di­schen Post Punk-Revi­val der 00er Jahre zu zie­hen scheint. Die Arran­ge­ments sind dabei auf ein abso­lu­tes Mini­mum her­un­ter­ge­kocht, die fra­gi­len Song­frag­mente sind nicht mehr als ein abs­trak­tes Grund­ge­rüst. Als träfe der ein­gän­gige Indie­rock aktu­el­ler Bands á la Dead Soft oder Dan­ce­hall auf den intro­ver­tier­ten Mini­ma­lis­mus der Shy Boys oder die öko­no­mi­sche Klang­re­duk­tion des letz­ten Teen­an­ger Albums.



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Plax – Clean Feeling

Plax - Clean Feeling

Plax kom­men aus Aus­tin, Texas und bestehen unter ande­rem aus Mit­glie­dern von OBN III’s und Spray Paint. Beson­ders die Erwäh­nung letz­te­rer Band lässt mich natür­lich sofort auf­hor­chen, aber mit so einem ver­dammt per­fek­ten, unbän­di­gen Biest von einer Platte hatte ich dann doch nicht gerech­net. Das ist ein erst­klas­sig Ärsche tre­ten­des Gemisch aus Punk, Noise und Fuzz, das mal an den ener­gi­schen Garage Punk von Ex Cult, Ura­nium Club oder frü­hen Tyvek erin­nert, an den räu­di­gen Post­punk von Insti­tute oder den gna­den­lo­sen Vor­wärts­drang der Hot Snakes. Die ganze Platte ist ein ein­zi­ges Ener­gie­bün­del.



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Downtown Boys – Cost Of Living

Downtown Boys - Cost Of Living

Down­town Boys sind jetzt also auf einem ziem­lich bekann­ten Label gelan­det und haben eine selbst­be­wusste neue Platte am Start, die sich dafür nicht zu ent­schul­di­gen braucht. Pas­sen­der­weise kana­li­sie­ren sie ihre Ener­gie hier auch in einen etwas auf­ge­räum­te­ren, den­noch schön druck­vol­len und viel­schich­ti­gen Sound. Anstatt des Gara­gen-Fun­da­men­tes des Debüt­al­bums toben sich die neuen Songs auf einer bom­ben­fes­ten Basis aus Post­punk und -core aus. Die pro­du­zie­rende Auf­sicht von Guy Pic­ciotto (Rites of Spring, Fugazi) hat sicher mit dazu bei­ge­tra­gen. Es mag rei­ner Zufall sein, aber hin und wie­der fal­len mir doch Stil­ele­mente auf, die ver­däch­tig nach Dischord in den 90ern rie­chen.



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Big Huge – Cruel World

Big Huge - Cruel World

Und gleich noch mal aus­ge­zeich­ne­ter Power Pop, dies­mal aus dem guten Hause des seit jeher abso­lut geschmacks­si­che­ren Mann­hei­mer Labels Erste Theke Ton­trä­ger, das den ers­ten Lang­spie­ler der New Yor­ker Band hier­zu­lande unter die Leute bringt (am ande­ren Ende der Welt zeich­net sich Don Gio­vanni ver­ant­wort­lich).

Um vor­weg mal den Ele­fan­ten im Zim­mer beim Namen zu nen­nen: Das klingt ziem­lich nach Sheer Mag. Wenn auch nach einer etwas gara­gen­las­ti­ge­ren Vari­ante davon. Sogar die Vocals von Daniel Regel­ski wei­sen starke Ähn­lich­kei­ten zur Sheer Mag-Voka­lis­tin Tina Hall­a­day auf. Das ist aber auch alles kein Pro­blem. Es ist ja nicht gerade so, dass die Welt jetzt von Hard- und Sou­thern Rock-beein­fluss­ten Punk­bands überw­schwemmt wird. Und auf­grund des durch­weg star­ken Song­ma­te­ri­als ver­mag die Platte auch pro­blem­los auf eige­nen Füßen zu ste­hen.

In einer über­wie­gend von musi­ka­li­scher Sta­gna­tion und Retro­wel­len gepräg­ten Zeit begrüße ich doch jede uner­war­tete Erwei­te­rung des Punk-Voka­bu­lars. Viel­leicht kom­men in naher Zukunft ja ein paar gelang­weilte Kids mit einer ganz ande­ren, neuen Form von ange­piss­tem Lärm daher, über den wir alte Leute dann die Nase rümp­fen kön­nen. Bis­lang lässt die Revo­lu­tion jedoch auf sich war­ten und für den Moment emp­finde ich auch die Erschlie­ßung einer bis­lang als voll­kom­men Punk-inkom­pa­ti­bel ange­se­he­nen Ver­gan­gen­heit als eine will­kom­mene Berei­che­rung.



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The Lovebirds – Filled With Hate 7″

The Lovebirds - Filled With Hate 7"

Eine wun­der­bare Debüt-7″ hat die Band aus San Fran­cisco da raus­ge­hauen. Dar­auf gibt’s schram­me­lig-relax­ten Indie­rock, Power- und Jangle Pop zu hören, den man so tritt­si­cher und form­voll­endet sel­ten auf einer Debüt­ver­öf­fent­li­chung vor­fin­det. Irgendwo zwi­schen Buf­falo Tom, Teenage Fan­club und spä­te­ren Dino­saur Jr. kann man das ver­or­ten, ab und an gesellt sich gar ein sub­ti­ler Soft Boys- oder Tele­vi­sion-Vibe dazu.


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Ice Balloons – Fiesta

Ice Balloons - Fiesta

In die­ser Super­group aus New York sind unter ande­rem Mit­glie­der von Samiam und TV On The Radio betei­ligt, das Ergeb­nis klingt aber nach kei­ner die­ser Bands. Statt­des­sen setzt es auf ihrem zwei­ten Album recht ambi­tio­nier­ten Noi­se­rock mit uner­war­tet psy­che­de­li­schen Zwi­schen­tö­nen und doo­mi­gen Momen­ten, der manch­mal an alte Fudge Tun­nel erin­nert, an die Ambi­ent- und Noise-Sound­s­capes von Danyl Jesu oder den kom­pro­miss­lo­sen Vor­schub von So Pit­ted; über weite Stre­cken macht sich außer­dem mehr als nur ein Hauch von Kil­ling Joke bemerk­bar.



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Neo Neos – The Hammer of Civilization 7″ /​ Sailer Suit And Machine Gun

Neo Neos - The Hammer of Civilization 7" / Sailer Suit And Machine Gun
Neo Neos - The Hammer of Civilization 7" / Sailer Suit And Machine Gun

Das auge­fuck­teste und lieb­ge­won­nenste aller unge­wa­sche­nen DIY-Gara­gen­pro­jekte aus Min­nea­po­lis hat nach einer uner­träg­li­chen Pause (meine Fresse, es sind sicher schon Wochen ver­gan­gen…) zwei neue Kurz­spie­ler anzu­bie­ten, einer davon ist als 7″ auf It’s Trash Records erschie­nen. Hört unbe­dingt mal in die gleich­na­mige Radio­show von Jesse rein! Beide EPs ver­wöh­nen mal wie­der mit dem erwar­tungs­ge­mäß kru­den Garage Punk, dem offen­sicht­lich alles am Arsch vor­bei geht.



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Spodee Boy – Red State

Spodee Boy - Red State

Das Solo­pro­jekt eines gewis­sen Con­nor Cumm­ins aus Nash­ville beschert auf die­sem Tape abge­fuck­ten Garage Punk in bes­ter Lo-Fi Home­re­cord­ing-Ästhe­tik. Das klingt mal nach einer ultra-dre­cki­gen Vari­ante von The UV Race, in ande­ren Momen­ten reicht das Zeug sehr nah an den WTF-Gehalt einer durch­schnitt­li­chen Neo Neos-Ver­öf­fent­li­chung heran.


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Impulso – Impulso

Impulso - Impulso

Diese Band aus Tri­ent, Ita­lien spielt Hard­core­punk ganz nach mei­nem Her­zen. Stock­düs­ter und unge­wa­schen, mit einem Front­mann, der reale Wut und Unbe­ha­gen kana­li­siert anstelle des vor lau­ter Tes­to­ste­ron glit­schig gewor­de­nen Dicke-Eier-Geha­bes, das große Teile des Gen­res ja lei­der immer noch defi­niert. Ich fühle mich sehr posi­tiv an Bands wie Sesso Vio­lento oder Dauðy­flin erin­nert.

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The Cowboy – The Cowboy Album

The Cowboy - The Cowboy Album

The Cow­boy kom­men aus Cleve­land und bestehen aus Mit­glie­dern von Homos­tu­pids und Plea­sure Lef­tists. Das ver­spricht ja schon von vor­ne­her­ein gut zu wer­den und das Ergeb­nis löst das Ver­spre­chen auch ganz pro­blem­los ein. Das ist schön druck­vol­ler aber auch ordent­lich ver­schro­be­ner Gara­ge­punk mit sub­ti­len, dis­so­nan­ten Noise-Tex­tu­ren, der hin und wie­der an Bands wie Ura­nium Club, Beast Fiend, Ex Cult oder Advlts erin­nert.



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