IMDB/​OFDB

Japan, 2009

Regie: Hideaki Hosono

DumBeast (Donju)Ryuji Deko­gawa, der Autor eines soeben preis­ge­krön­ten Romans, ist spur­los ver­schol­len, und so macht sich die Ver­le­ge­rin Shi­zuka auf in sein Hei­mat­dorf um nach ihm zu suchen. Ihre erste Anlauf­stelle dabei ist der Gigolo-Club (Anm.: Nach kur­zer Recher­che stelle ich fest, dass damit kein Bor­dell gemeint ist, son­dern das männ­lich besetzte Gegen­stück zu den berüch­tig­ten Hos­tes­sen­klubs) des exzen­tri­schen Chi Eda­jima, der als ein­zi­ger „Gigolo“ übrig geblie­ben ist, nach­dem er alle ande­ren in sei­nen Tem­pe­ra­ments­an­fäl­len gefeu­ert hat. Deko­gawa soll in der letz­ten Zeit öfter hier vor­bei­ge­kom­men sein. Eben­falls im Club tum­meln sich Edajama’s Frau Junko, der kor­rupte Poli­zist Oka­moto und das flip­pige Loli­con-Püpp­chen Nora. Lang­sam macht sich Shi­zuka mit den abge­dreh­ten Per­sön­lich­kei­ten und ihrer Geschichte ver­traut und es erhär­tet sich der Ver­dacht des Mor­des am Schrift­stel­ler…

DumBeast (Donju)Fast hätte ich Hideaki Hoso­nos Regie­de­but nach den ers­ten fünf Minu­ten wie­der aus­ge­schal­tet, zu sehr sah das mal wie­der nach durch­schnitt­li­cher japa­ni­scher Come­dy­ware a’la „The Sho­nen Meri­k­en­sack“ (ganz nett) oder „Yaji & Kita“ (grau­en­voll) aus mit über­dreh­tem Slap­stick, einer wir­ren Anein­an­der­rei­hung von ein­falls­lo­sen Gags und höl­zer­nen Dia­lo­gen. Und ja, der Film ver­eint die meis­ten Schwä­chen des Gen­res in sich. Im Gegen­satz zu den meis­ten sei­ner Kon­kur­ren­ten – und das macht ihn dann doch noch zu einem durch­aus sehens­wer­ten Film – ver­kommt er aber nicht zu einer zusam­men­hang­lo­sen Num­mern­re­vue, son­dern er schafft es durch­aus gekonnt eine so bit­tere wie amü­sante kleine Geschichte zu erzäh­len.

Über­wie­gend in Rück­blen­den erzählt der Film die skur­rile Story des zähen Schrift­stel­lers, der ein­fach nicht stirbt, egal wie aus­ge­feilt die Mord­pläne auch sein mögen. Schau­spie­le­risch ist das ganze erwar­tungs­ge­mäß keine Meis­ter­leis­tung, aber die gewohnt gute Per­for­mance von Tad­anobu Asano als ver­peil­ter Deko­gawa weiß zu gefal­len. Eben­falls zur Abwechs­lung tra­gen einige von Stu­dio 4°c pro­du­zierte Ani­ma­ti­ons­se­quen­zen bei, auch wenn sie nicht die Bril­li­anz der Eigen­pro­duk­tio­nen des besag­ten Stu­dios errei­chen. Ver­mut­lich hat’s dafür ein­fach am Bud­get gefehlt. Trotz allem: Der Film hat mich posi­tiv über­rascht und ist her­vor­ra­gende, wenn auch eher anspruch­lose, Unter­hal­tung für zwi­schen­durch.

Wer­tung: 7/​10