Nikkatsu Noir: A Colt Is My Passport

IMDB/OFDB

Japan, 1967

Regie: Takashi Nomura

Auftragsmörder Kamimura wird von der Otawara Gang beauftragt, den Kopf der verfeindeten Shimazu-Gang zu beseitigen. Nach getaner Arbeit versucht Kamimura mit seinem Partner Shiozaki eine Weile im Ausland abzutauchen, doch der Flughafen wird bereits von Shimazus Männern bewacht. Kamimura und Shiozaki finden vorerst Zuflucht in einem kleinen Motel am Hafen und suchen nach einem besseren Fluchtweg, während Shimuras Bluthunde ihnen schon immer dichter auf den Fersen sind…

Zum Ende meiner kleinen Nikkatsu-Exkursion hatte ich noch mal einen richtigen Knaller erhofft. Der ebenso stylische wie rasante Einstieg ließ auf großes hoffen. Mir kam natürlich direkt der Golgo 13-Franchise in den Sinn. Auch jene Reihe, bestehend aus bisher zwei Anime- und zwei Realverfilmungen sowie mindestens einer TV-Serie befasst sich intensiv mit der Frage des davonkommens. Eine schwere Waffe zu bedienen bedarf sicher einiger Übung, ist aber keine wirkliche Heldentat. Spannender bleibt die Frage, wie man nach einem gelungenen Mordanschlag ungeschoren davon kommt. Nachdem ich vor einer Weile die ziemlich verkackte 1977’er Umsetzung des Stoffes mit Sonny Chiba in der Hauptrolle bestaunen durfte, kam hier die Hoffnung auf, einer etwas gelungeneren Umsetzung der durchaus spannenden Thematik beiwohnen zu dürfen. Leider kann der Film diese Erwartungen im weiteren Verlauf nicht ganz erfüllen.

Als erstes überrascht der Streifen mal mit einem unerwartet coolen Soundtrack, der neben den genreüblichen jazzigen Anleihen vor allem vom Italo-Western beeinflusst scheint. Schnell wird der Zuschauer in die Story eingeführt und die erste Viertelstunde vergeht wie im Flug.  Danach machte sich bei mir eine gewisse Enttäuschung breit. Schuld daran hat nicht Regisseur Takashi Nomura (außerhalb Japans mal wieder ein ziemlicher Nobody) der das ganze durchaus in fesselnde Bilder zu packen weiß. Es ist einfach die vorhersehbare 08/15-Story als die sich der Plot dann am Ende doch entpuppt, die es dem Film verwehrt aus dem Genrebrei herauszustechen. Auch das Erzähltempo wird nach besagtem Einstieg deutlich gedrosselt und unter’m Strich bleibt ein durchaus sehenswerter Genrefilm, den man so ähnlich aber auch schon besser gesehen hat.

Wertung: 7/10

Was bleibt am Ende der Nikkatsu-Reise zu sagen? Hat sich schon gelohnt. Der große Überknaller war zwar nicht dabei, aber bei einer „repräsentativen“ Sammlung alter Genreschinken war das auch nicht unbedingt zu erwarten angesichts der Tatsache, dass viele der wirklichen Klassiker auch schon länger im deutsch- oder englischsprachigen Raum erhältlich sind. Sehenswert sind die Filme aber allemal und bieten dem interessierten Zuschauer einen guten Einblick in einen hierzulande noch wenig beachteten Teil japanischer Filmgeschichte.

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