Nikkatsu Noir: Cruel Gun Story

IMDB/OFDB

Japan, 1964

Regie: Takumi Furukawa

Der vorzeitig aus dem Gefängnis entlassene Togawa soll für seinen Boss den größten Coup seines Lebens stemmen. Mit Hilfe seines alten Freundes Shirai und zwei weiteren Komplizen soll er einen Geldtransport mit dem gesamten Ticketerlös des Japan Derby überfallen. Der Plan scheint wasserdicht, doch dann kommt alles anders. Die Sicherheitskräfte des Transporters sind besser in Form als vermutet und leisten massiven Widerstand, Shirais Komplizen erweisen sich alles andere als Vertrauenswürdig und sein Boss will ihn eigentlich auch lieber tot als lebendig sehen. Es beginnt eine Bleischlacht in der einer gegen alle und jeder gegen jeden steht und an deren Ende nur einer übrigbleiben kann.

Regisseur Takumi Furukawa kommt mir hier zum ersten mal unter und das ist auch kein Wunder so. Lang war seine Karriere im Regiestuhl nicht, nur sechs Filme hat er gedreht. „Cruel Gun Story“ ist sein vierter und sein letzter für Nikkatsu. Später wurde er von den Shaw Brothers-Studios in Hongkong angeworben und drehte dort noch zwei Streifen unter seinem chinesichen alias „Tai Kao Mei“. Mehr konnte ich über ihn so auf die schnelle leider auch nicht in Erfahrung bringen. Überraschenderweise hat er aber den bisher spannendsten Beitrag in dieser Reihe abgeliefert.

Furukawa spart sich jegliche Experimente, lässt dafür aber auch sonst nicht viel anbrennen. Die Story ist in ihren Grundzügen natürlich hinlänglich bekannt. Wieder einmal bedient sich der Streifen bei alten Vorbildern aus dem Ami-Kino der 40er Jahre, diesmal eben weniger beim Noir-Krimi als beim klassichen Heist Film, jenem Genre, das die glücklosen Ganoven und geplatzten Coups mit an Sadismus grenzender Genüsslichkeit zelebriert. Die Actionschraube wurde im Vergleich mit den zuvor besprochenen Filmen noch mal deutlich angezogen und das ganze ist dicht und schnörkellos inszeniert. Etwas getrübt wird der Genuss in der zweiten Filmhälfte durch einige Plotlöcher und unglaubhafte Zufälle, angesichts der durchaus packenden Inszenierung kann man darüber aber problemlos hinwegsehen. Auch wenn dem Regisseur keine große Zukunft beschieden war, hier übertrifft er meine bescheidenen Erwartungen bei weitem und liefert eine angenehme Überraschung ab.

Wertung: 8/10

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