Shaw Brothers auf Abwegen Teil 2: Der Koloss von Konga (The Mighty Peking Man)

IMDB/OFDB

Hongkong, 1977

Regie: Hoh Mung-Wa

OMGWTF!?!

Mir fehlen echt die Worte zu diesem Machwerk, also starten wir mal gleich mit der Handlung durch.

In der Hongkong University Library treffen sich der Unternehmer Lu Tien und der Forscher Chen Cheng-Feng und setzen es sich in den Kopf, einen riesigen Menschenaffen, der gerade im Indischen Dschungel von sich reden macht, zu fangen und als Attraktion (oder Forschungsobjekt?) zu vermarkten. In der nächsten Szene sehen wir, wie ein Schauspieler in einem absurden Affenkostüm mit albernen Kung Fu-Moves (oder was auch immer das darstellen soll) ein sehr offensichtlich per Bluescreen eingefügtes Dorf verwüstet. Es folgt ein flotter Schnitt zurück nach Hongkong, und schon kann die Expedition beginnen und der Film-gewordene Wahnsinn nimmt seinen lauf.

Jetzt gibt der Film erstmal einen Vorgeschmack auf die unglaublichen Gefahren, die da noch im Gebälk auf unsere Helden warten sollen, und das erste Dorf in dem sie ankommen wird mal gleich von wilden Elefanten (!!!) angegriffen, bevor Chen uns am Lagerfeuer seine Schmach über den Verlust seiner Freundin erklärt. Am nächsten Tag versinken zwei Kollegen (äh, fast) im Treibsand und ein einheimischer Begleiter wird bei einen dramatischen Ringkampf mit einem Tiger schwer verletzt. Um schon mal klar zu stellen, dass er zu den Bösen gehört, erschießt Lu Tien den armen Schlucker sofort. Bei einer folgenden Klettertour gehen noch mal ein paar Kollegen hopps und am Ziel ihrer Reise entdecken sie die Fußspuren des gesuchten Monstrums.

In der folgenden Nacht wird Chen von seiner verängstigten Crew verlassen und das große Vieh nimmt ihn am nächsten morgen sogleich in seine Klauen. Er wird befreit durch eine minimal bekleidete Blonde die aussieht, als wäre sie dem Pornodreh nebenan entlaufen. Die deutsche Synchro unterstützt diese Annahme auch noch dadurch, dass sie die Protagonistin zu jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit in so wildes Stöhnen und Keuchen ausbrechen lässt, dass ich erst mal den Ton leiser drehte, bevor miene Mitbewohner noch was falsches denken…

Und genau so geht es dann weiter. Den Rest kann man sich ja denken: Der Held verliebt sich in die blonde Schönheit, welche mit dem Affen befreundet ist. Der Affe wird nach Hongkong verschifft, Chen ändert seine Meinung und will ihn zusammen mit der Blonden wieder zurüchholen.

Aha, Shaw Brothers erweitern ihr Programm also um ein King Kong-Ripoff mit anklängen an Tarzan und Jane… Das ist zwar nicht überzeugend, aber durchaus belustigend. Man muss das Elend mit eigenen Augen gesehen haben um nachvollziehen zu können, warum mir der Streifen einen Lachanfall nach dem anderen entlockte. Es sind nicht nur die billigen Effekte, die bekloppten, klischeehaften Dialoge und die kaputte Synchro, sondern die seltsamen Vorstellungen der Chinesen vom Urwald und seinen Tücken sind es, die dem Film eine ganz spezielle, unfreiwillig komische Würze verleihen und aus einem auch so schon ganz unterhaltsamen Trashfeuerwerk eine Lachnummer erster Güte machen.

Unterm Strich ein hervorragender Partyfilm und total kaputte Unterhaltung für jeden, der sich mal so richtig das Hirn wegballern will.

Wertung (objektiv): 4/10

Trash- & Unterhaltungsfaktor: 10/10

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